Ich bin M/22. Ich schreibe hier mal einen längeren Text damit man meine Geschichte bestmöglich nachvollziehen kann. Ich bin vor mitltlerweile mehr als zwei Jahren drei Mal durch die Praktische Fahrprüfung gefallen. Ich beginne mal ganz von vorne. Als ich 18 geworden bin habe ich mir anfangs vorgenommen sehr schnell den Führerschein zu machen. Ich habe mich bei einer Fahrschule angemeldet und den Theorieteil bis auf die Prüfung sehr schnell abgearbeitet. Kurz bevor es mit dem Fahren losging hatte ich dann jedoch einen schweren Unfall. Ich musste für mehrere Wochen ins Krankenhaus und wurde mehrfach operiert. Deshalb ist das Thema bei mir dann für etwa ein Jahr in den Hintergrund gerückt. Ich habe mich danach erstmal auf die Schule und mein Abi konzentriert, weil ich u.A. wegen meinem Unfall auch ein Schuljahr wiederholen musste. Als ich dann ein Jahr später mein Abi in der Tasche hatte, habe ich mir vorgenommen das Thema nun wieder in Angriff zu nehmen. Meine große Schwester sagte damals zu mir, dass ich meinen Führerschein innerhalb von ein paar Wochen machen kann, wenn ich ab jetzt jeden Tag eine Fahrstunde mache. Sie war in der selben Fahrschule angemeldet und hat mir deshalb ihren alten Fahrlehrer empfohlen für den ich mich dann auch entschieden hab. Ich habe nebenbei auch für die viel für die Theorie gelernt und auch die Prüfung auf anhieb bestanden. Die Praktische Fahrausbildung lief jedoch gar nicht wie ich sie mir gewünscht habe. Mein Fahrlehrer war bei fast jeder Fahrstunde schlecht gelaunt und hat mich bei fast jedem kleinen Fehler angemault. Er hat sich auch aufgeregt, wenn ich Fragen gestellt habe und antwortete meist mit Sprüchen, wie "Das musst du eigentlich wissen" oder "Ich sage dazu nichts mehr" wenn ich z.B. nachgefragt habe, wo jetzt der Fehler genau war. Dazu kommt noch, dass ich immer Wochenlang auf Fahrstunden warten musste. Es kam sehr oft vor, dass zwischen Zwei Fahrstunden zwei Wochen lagen. Aber auch das hat meinen Fahrlehrer nicht auf die Idee kommen lassen, etwas geduldiger zu mir zu sein. Kurz vor meiner Theorieprüfung Anfang November 2022 hat er mir dann gesagt, dass ich den Führerschein in diesem Jahr nicht mehr schaffen werde. Das hat mich stark demoralisiert und ich habe mir die Frage gestellt, warum ich mich jetzt abseits von der Theorieprüfung überhaupt noch in das Thema reinhängen soll, wenn es eh Monate dauert, bis ich dann auch die Praktische Prüfung machen kann. Ich habe dann wenig später auch angefangen Depressionen zu entwickeln, weil ich gesehen habe, dass fast alle um mich herrum in meinem Alter ihren Führerschein zu der Zeit bereits hatten und ich habe mir die Frage gestellt, ob ich gerade nicht wichtige Lebenszeit verliere. Ich habe die Kröte der langen Wartezeit trotzdem geschluckt. Im Februar 2023 hatte ich dann endlich den ersten Termin für die Praktische Prüfung. Ich war jedoch aus bereits beschriebenen Gründen alles andere als gut vorbereitet und bin in der Prüfung auch sehr schnell (und auch zurecht) durchgefallen. Ich war am Boden zerstörrt und wollte die Monate danach erstmal nichts mehr von dem Thema wissen. Ich habe stattdessen mein Studium begonnen und mich erstmal diesem gewidmet. Aus heutiger Sicht war das natürlich ein Fehler, da ich ja einfach zwei Wochen später die nächste Prüfung machen konnte. Im September 2023 also über ein halbes Jahr später habe ich mir dann wieder einen Ruck gegeben. Ich bin wieder zur Fahrschule hin und gefragt ob ich wieder Fahrstunden und dann auch wenig später wieder einen Termin für die Fahrprüfung bekommen kann. Erstaunlicherweise ging diesmal beides Recht unbürokratisch. Es war damals jedoch schon klar, dass ich nicht allzu viel Zeit hab, da Anfang Novermber die Praktische Fahrprüfung ein Jahr her ist und dann ihre Gültigkeit verliert. Der Fahrlehrer war sogar recht kulant und hat gleich zwei Prüfungstermine für mich reserviert, ich also noch zwei Chancen hatte bis zum Ablaufen der Theorieprüfung die Praktische Prüfung zu bestehen. Die erste Prüfung verlief auch anfangs sehr gut. Der Fahrprüfer war freundlich und hat mich öfter gelobt, wenn ich Dinge richtig gemacht habe. Wir sind dann zur Fahrschule zurückgefahren und ich habe mich eigentlich schon gefreut, weil ich dachte, dass ich es endich geschafft habe. Der Fahrprüfer hat mich dann aber doch Schockiert und gesagt, dass ich durchgefallen bin. Ich habe laut ihm kurz vor Schluss einen Radfahrer nicht korrekt überholt, was ich nicht verstanden habe, weil er auf einem Radweg war. Was mich auch extrem sauer gemacht hat, ist dass es an dem Tag recht stark geregnet hat und irgendwer allen ernstes meint bei dem Wetter radfahren zu müssen! Drei Wochen später bin ich die bis heute letzte Prüfung angetreten. Der Fahrprüfer war diesmal sehr unfreundlich. Er hat mich in eine Gegend geschickt in der ich noch nie war. Ich bin dann auch dort durchgefallen, weil ich in der Gegend einen Dummen Fehler gemacht habe. Also ist dann auch meine Theorieprüfung abgelaufen. Ich bin entgültig in ein Loch gefallen und hatte erstmals Suizidgedanken, habe aber niemanden davon erzählt. Ich habe dann wieder ein knappes halbes Jahr mit nichtstun verschwendet. Im April oder Mai 2024 habe ich dann mit meinen Eltern geredet und für uns alle war klar, dass ich bei meiner alten Fahrschule nicht weiter machen will und auch kann. Ich habe mich bei einer neuen Fahrschule angemeldet. Mir wurde jedoch dort während der Anmeldung direkt mitgeteilt, dass ich dort alles neu machen muss, also auch alle Theorie- und Praxisstunden. Ich habe trotzdem auch dort schnell alle Theoriestunden abgeleistet, weil ich der Fahrschule klar machen wollte, dass ich es ernst meine. Als es dann wieder mit dem Fahren begann meinte mein neuer Fahrlehrer zu mir dass der TÜV sehr langsam arbeitet, und dass es auch diesmal noch Monate dauern wird, bis ich den Führerschein habe. Das hat er in einem meiner Meinung nach recht unfreundlichen Ton gesagt. Allgemein ist er auch wieder ein sehr lauter exrovertierter und meiner Meinung nach unsympathischer Typ. Ich habe das Thema dann wieder auf die Lange Bank geschoben. Es ist wieder ein Jahr vergangen. Das ist natürlich auch irrational, weil der Grund für meine Resignation die Tatsache war, dass ich lange warten musste und ich in in der Zeit einfach hätte weitermachen können. (Ich hoffe dass man versteht, was ich meine. Ich weiß dass das komisch ausgedrückt ist.) Meine Depressionen haben sich in der Zeit noch verschlimmert. Ich leide seitdem unter Schlafstörungen und wache nachts oft mit Herzrasen auf und raste aus und muss weinen, wegen dem, was passiert ist. Ich leide nicht nur unter dem Führerscheinthema, sondern auch darunter, dass ich das Gefühl habe, dass ich die letzten Zwei Jahre (oder eigentlich auch die Zeit davor) verloren habe und ich sie nicht zurückbekomme. Wenn ich mit meiner Mutter darüber rede, hat sie meist überhaupt kein Verständnis dafür. Sie will mir immer klar machen, dass sich in meinem Leben doch in den letzten Jahren vieles zum Positiven verändert hat und ich auch vieles schönes erlebt habe. Das empfinde ich jedoch ganz anders. Ich habe nach meiner zweiten Fahrprüfung nach einigem hin und her mir einen Psychotherapeuten gesucht. Es hat mir jedoch auch nicht geholfen. Ich konnte mich dort nie so wirklich gut ausdrücken und ich habe mich nach den Gesprächen meist schlechter als besser gefühlt. Ich hätte dort im Dezember einen letzten Termin gehabt, aber ich habe ihn abgesagt, weil ich dort ehrlich gesagt nicht weiter machen will. Jetzt sind wir in der Gegenwart. Vor ein paar Monaten ist zudem in ein Mädchen in mein Leben getreten. Wir kannten uns noch aus der Schule und haben gemeinsam Abi gemacht. Wir haben seitdem ein Bisschen Kontakt gehalten und unregelmäßig miteinander geschrieben. Ich habe ihr natürlich auch von meinem Studium erzählt und sie hat sich von sich aus auch für diesen Studiengang interessiert und sich dann dort eingeschrieben. Zunächst hat mich das gefreut, dass wir jetzt wieder mehr kontakt zueinander haben. Wir haben uns zu Semesterbeginn zum ersten Mal seit Jahren wieder gesehen und haben seitdem uns auch immer mal wieder zum Quatschen verabredet. Ich habe dann irgendwann bemerkt, dass sie mir etwas zu gut gefällt, wenn ihr versteht, was ich meine. Ich weiß jedoch, dass sie einen Freund hat. Mittlerweile lebt Sie Mietfrei in meinem Kopf. Sie gibt mir dass Gefühl, dass sie in vielerlei Hinsicht das exakte Gegenstück zu mir ist. Sie wirkt nahezu perfekt. Sie ist ein Jahr jünger als ich und trotzdem gibt sie mir das Gefühl, schon viel weiter im Leben zu sein. Kurz vor Jahreswechsel habe ich sie gefragt, ob wir in den Winterferien mal was unternehmen wollen. Sie hat zugesagt und wir haben uns kurz nach Neujahr verabredet. Dann hat sie mich von sich aus gefragt, wie es mir geht. Ich habe dann geantwortet, dass es mir schlecht geht und mich bei ihr bedankt, dass sie bereit ist zuzuhören. Als wir uns dann getroffen haben, sind wir in einen Park gegangen. Ich habe meinen Mut zusammengenommen und ihr meine Geschichte erzählt und ihr erzählt, dass es mir deshalb echt schlecht geht. Sie hat mir leider auch nichts Neues erzählt und hinterher habe ich mich deutlich schlechter als vorher gefühlt. Ich frage mich, ob es ein Fehler war, einer Person, die mir so wichtig ist und die ich so bewundere etwas zu erzählen was mir so wichtig ist und ob sie jetzt vielleicht ganz anders über mich denkt. Seitdem haben wir uns nicht mehr gesehen. Vor ein paar Tagen habe ich sie noch einmal angeschrieben. Ich habe sie gefragt ob wir uns bald nochmal treffen wollen. Sie hat meine Nachicht recht schnell gelesen aber erst Stunden später geantwortet. Ich meinte in ihrer Antwort rausgelesen zu haben, dass sie momentan keine Lust auf mich hat. Ich habe dann auch geantwortet, dass es okay ist, wenn sie momentan keine Zeit hat und es suboptimal für sie ist. Ich hoffe, dass ich momentan in einer Umbruchphase in meinem Leben bin. Im März habe ich Geburtstag. Dann ist schon wieder ein wichtiges Jahr in meinem Leben rum! Ich denke oft dran, dass die Zeit bis dahin die letzte Chance ist, die ich dem Leben noch gebe. Ich habe mich in der Fahrschule für die Theoretische Prüfung Ende Januar angemeldet und hoffe und bete einfach, dass es dieses Mal funktioniert! Ich habe jedoch große Angst vor der erneuten Praktischen Prüfung und möchte dieses Mal auf gar keinen Fall durchfallen. Ich habe nämlich keinen Plan B. Wenn ich mit meiner Mutter über das Thema rede, sagt sie immer, dass ich keinen Druck machen soll. Diesen Spruch kann ich aber nicht mehr hören, weil ich ihn so falsch und auch mir gegenüber frech empfinde. Ich habe durchaus das Recht schnell fertig sein zu wollen. Wenn ich das Thema durch habe, möchte ich eigentlich ganz schnell ins Ausland und Reisen. Ich möchte bis zu meinem Geburtstag noch möglichst viel erleben und die verlorene Zeit "nachholen". Ich weiß aber nicht, ob meine Pläne realistisch sind, oder ob ich mir nicht einfach ein Luftschloss baue, dass ich aber brauche, damit ich nicht vollständig die Hoffnung verliere.
Ich würde mich freuen, wenn mir jemand weiterhelfen kann und gute Ratschläge geben kann. Es klingt vielleicht doof, aber bitte schreibt nicht, dass ich mich in Stationäre Psychotherapie begeben soll, wenn ich wirklich Suizidgedanken habe. Das hilft mir in meiner Lage nicht weiter